Das Klassement, das die Handelskammer von Bordeaux im Hinblick auf die Pariser Weltausstellung 1855 erstellen liess, ist einerseits, als zementierte Hierarchie von 57 in fünf Kategorien eingeteilten Rotweinen, eine Absurdität. Einmal, weil es – mit Ausnahme des Pessac-Léognan Haut-Brion – ausschliesslich Gewächse aus dem Médoc auflistet (St-Emilion folgte erst hundert Jahre später mit einem eigenen Klassement). Dann, weil der Weinbau zwar ein traditionelles, aber über die Jahrhunderte hinweg doch wandelbares Geschäft ist. So ist anderseits doch erstaunlich, wie viele Nobilitäten aus dem Bordeaux-Gotha von 1855 sich bis heute ihren guten Namen bewahrt haben, so alle vier Premiers ...