Wenn Carlo Schmid im Ständerat das Wort verlangt, dann wird es still im Saal, und einige Parlamentarier rutschen etwas unruhig auf ihren Stühlen hin und her. Man fürchtet Schmids Wortmeldungen, weil sie meist ins Grundsätzliche zielen und oft einen eben voreilig geschlossenen Kompromiss in Frage stellen. Leider ist Schmid zu intelligent, als dass man ihn, den sperrigen Konservativen, überhören könnte. Fast eruptiv, mit scharfem Witz, einem flüssigen Hochdeutsch, dem man den blechernen Appenzeller Akzent gut anhört, zerlegt Schmid die Argumente seiner Vorredner, ohne Mitleid, manchmal mit Spott: Er ist ein grosser Parlamentarier, wie es in Bern immer weniger gibt. Nun, nach 27 Jahren ...