Clara von Rappard, Selbstbildnis, 1890 – Da ist eine Frau, eine Schweizerin, die das Gefängnis, das Frausein lange war, erst gar nie betreten hatte. Aufgewachsen in einer Epoche, in der ein Akademieverbot für Frauen herrschte, aufgewachsen aber auch in liberalen, grossbürgerlichen Verhältnissen in einer Villa bei Interlaken, in der abends gemeinsam Homer gelesen wurde oder deutsche Philosophen, die Mutter Mutter, der Vater Hotelier, folgte sie nur ihrer Bestimmung, malte, suchte das Licht und die Atmosphäre der Welt und jene ihrer Seele.
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