Umfragen nach dem international bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart werden wohl deshalb selten durchgeführt, weil das Resultat zumindest in gehobenen Lesekränzchen von vornherein feststünde: J.M. Coetzee. Bei diesem Namen schaudert es wonniglich gar manchen Rezensenten, und schon rieseln die Superlative: «der wohl grösste lebende Romancier» – «einer der besten Schriftsteller der Welt». Hohlformeln, von den Verlagen als Zierde der Buchumschläge geschätzt. Aber im Grunde ein zuverlässiges Indiz, dass mit einem derart protzig werbenden Buch etwas nicht stimmt.
Es sei denn, der Autor heisse Coetzee, bei dem sich solche Verdachtsmomente quasi von selbst verbieten. Der 1940 in ...