Das Filmfestival Locarno lieferte dieses Jahr eine Premiere der anderen Art: Der Hauptpreis, der Goldene Leopard, ging erstmals nicht an einen Filmschaffenden, sondern an den scheidenden Bundesrat Pascal Couchepin (FDP). Wofür ein Berufspolitiker den wichtigsten Schweizer Filmpreis erhalten soll, war auf Anhieb nicht erkennbar. Für seinen filmreifen Rücktritt? Für besondere schauspielerische Leistungen als Innenminister? Oder für seinen Beitrag als Co-Autor des Drehbuches «Blochers Abwahl aus dem Bundesrat»? Die offizielle Begründung von Marco Solari, Präsident des Filmfestivals, blieb nebulös: Man habe mit dieser «Geste» den Einsatz des «Kulturministers» zugunsten von Locarno ...