Wie sehr Weinhändler, Sommeliers und Kolumnisten auch das Gegenteil behaupten: Wein ist Glaubenssache. Natürlich kann man ihn analysieren. Dachte auch ich, bis ich Roman Kaiser traf, den damaligen Chef der Abteilung Natural Scents bei Givaudan. Mehr zum Spass stellte der sich der olfaktorischen Herausforderung schlechthin, der Analyse von Wein. Bei Sauvignon blanc oder Gewürztraminer kam er in seinem Labor vergleichsweise noch gut hin. Vor Rotweinen kapitulierte er. Die seien «derart komplex, dass es ungeheuer schwierig wäre, sie in den Griff zu kriegen». Sagt einer, der schon 20 ppt Trichloranisol erkennt, wo der gewöhnliche Weinfreund eine Flasche erst so ab 100 ppt zurückweist. Pp ...