Selten zuvor hat ein Autor das Drama des israelisch-palästinensischen Konflikts so menschlich, scharf und derart düster geschildert wie der israelische Schriftsteller Eli Amir. In seinem Roman «Jasmin» entwickelt er eine Liebesbeziehung zwischen einem jüdischen Israeli und einer Palästinenserin. Da kann eigentlich nur Kitsch herauskommen, denkt man. Doch geschickt umgeht Amir die Tücken einer Politschnulze. Das Erfolgsrezept ist Amirs intime Kenntnis der israelischen und der arabischen Seite. 1937 in Bagdad geboren und 1950 nach Israel emigriert, ist Amirs Muttersprache Arabisch, und die arabische Mentalität hat ihn geprägt. Gleichzeitig lebt er die westliche Kultur, die er seit sei ...