Weltwoche: Was ist das Schönste an Geld?
Dalith Steiger: Ruhig schlafen – ohne Sorgen um die nächsten Rechnungen.
Weltwoche: Macht Geld glücklich?
Steiger: Geld allein macht nicht glücklich, aber in Kombination mit Familie und Freunden ermöglicht es viele schöne gemeinsame Erlebnisse.
Weltwoche: Was war Ihre letzte grössere Anschaffung?
Steiger: Ferien mit meinen zwei erwachsenen Töchtern. Und wenn das unvernünftig ist, dann bin ich gerne die unvernünftigste Mutter der Welt!
Remo Neuhaus
Weltwoche: Was ist der häufigste Irrtum in Geldfragen?
Steiger: Zu glauben, Geld sei das Ziel des Lebens.
Weltwoche: Gold oder Silber?
Steiger: Ich setze auf eine ausgewogene Kombination in unterschiedlichen Gewichtungen.
Weltwoche: Was kann man mit Geld nicht kaufen?
Steiger: Liebe, Freundschaft und Glück.
Weltwoche: Wofür geben Sie unvernünftig viel Geld aus?
Steiger: Eigentlich für nichts. Ich bin Mathematikerin und wohlüberlegt in meinen Ausgaben. Wofür ich aber sehr gerne Geld ausgebe und dafür gerne an anderen Ecken spare, ist für Zeit mit meinen Töchtern. Das ist für mich aber alles andere als unvernünftig.
Weltwoche: Hayek oder Friedman? Und weshalb?
Steiger: Als Mathematikerin und KI-Expertin bin ich überzeugt: Die wirtschaftliche Gleichung geht nur auf, wenn freie Marktwirtschaft und unabhängige Geldpolitik zusammenkommen. Zu viele Variablen machen das System komplex und träge – das sieht man heute an den neuen Herausforderungen durch Krypto, Blockchain und die neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung. Wer heute ausschliesslich auf Hayek oder Friedman setzt, hat die digitale Revolution verschlafen. In Zeiten von KI und Dezentralisierung brauchen wir eine neue Perspektive. Ich setze ganz klar auf die humane Zukunftswirtschaft, die unsere Wirtschaftswelt radikal neu definieren wird.
Weltwoche: Macht Geld sexy?
Steiger: Ich würde es nicht sexy nennen, sondern verführerisch. Und das finde ich gefährlich.
Weltwoche: Wie wird man reich?
Steiger: Erben oder reich heiraten ist wohl die einfachste Art, um reich zu werden. Aus eigener Kraft reich zu werden, dazu braucht es schon etwas mehr. Es braucht in meinen Augen vor allem ein gutes Verständnis dafür, wie das System funktioniert. Wer Chancen erkennt, wo andere nur Risiken sehen, hat schon einen grossen Vorteil. Als Entrepreneurin finde ich entrepreneurship einen spannenden Weg. Mit der richtigen Idee und dem passenden Team lassen sich Erfolge erzielen, die weit über ein gutes Gehalt hinausgehen. Auch smarte Investitionen sind entscheidend – Geld muss arbeiten, nicht nur auf dem Konto liegen. Fleiss, Disziplin beim Sparen und der Mut, klug zu investieren, sind für mich die Grundpfeiler, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Am Ende sind es aber vor allem die eigene Haltung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, die den Unterschied machen. Eine Prise Glück ist immer hilfreich.
Weltwoche: Welche Investition hat sich für Sie am meisten gelohnt?
Steiger: Immobilien und Krypto.
Weltwoche: Und welche am wenigsten?
Steiger: Swissair-Aktien – die teuerste Flugreise meines Lebens! Ich war überzeugt, dass ich hierbei kein Risiko eingehen würde. Aber die letzten Jahre haben uns das ja wieder einmal gelehrt – auch auf robuste Schweizer Firmen ist leider nicht immer Verlass.
Weltwoche: Was bedeutet Ihnen der Schweizer Franken?
Steiger: Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen.
Weltwoche: Was ist das Schwierigste in Ihrem Beruf?
Steiger: Nein zu sagen.
Weltwoche: Und das Wichtigste?
Steiger: Kunden- und Partnerbetreuung. Das Wichtigste ist, seine Kunden und Partner wirklich zu verstehen und zu begleiten.
Weltwoche: Was bezahlen Sie bar?
Steiger: Höchstens Parkgebühren, wenn es nicht anders geht.
Dalith Steiger-Gablinger studierte Mathematik an der Universität Zürich, ist Mitgründerin des AI-Ventures SwissCognitive und Stiftungsrätin der White Lens Foundation. Im April wurde sie für ihr Engagement für die Stärkung von Frauen in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft gewürdigt und mit dem Empowering Women Award 2025 ausgezeichnet.

