Wir haben es schon immer gewusst und gelegentlich auch lauthals verkündet: Gute Kunst hat mit Grenzerfahrung zu tun. Sie stellt Hierarchien auf den Kopf und erweitert den Horizont – zumindest theoretisch.
Theoretisch? Mit abgehobenen Konzepten haben die Westschweizer Brüder Gregory und Cyril Chapuisat (geb. 1972 und 1976) wenig am Hut. Sie lieben das Handfeste und Konkrete: Kunstfreunde, die sich ihrem Werk stellen möchten, müssen den Kopf einziehen und sich durch ein enges Loch in einen dunklen Bau zwängen, wo sie zunächst nur liegend vorwärts robben können. Das ist nicht jedermanns Sache – aber es lohnt sich. Denn wer bäuchlings und mit bald schmerzenden Ellbogen in der zunäc ...