«Alfred Brendel, haben Sie nie Angst, irgendwann ins Paradies zu fallen, wenn Sie eine Schubert-Sonate gespielt haben?» Die Frage war vorbereitet, gestellt wurde sie nie. Nachdem 2001 das Buch «Ausgerechnet ich» erschienen war, gab es lange Zeit keinen Grund mehr, diesem Pianisten eine weitere Frage zu stellen: NZZ-Feuilleton-Chef Martin Meyer hatte ein 336 Seiten langes Interview geführt. Und nun ist es zu spät: In diesen Monaten steht der rüstige Brendel auf der Schwelle. Er gibt nach sechzig Jahren Karriere im Alter von 77 Jahren lauter Abschiedskonzerte - am 18. Dezember das allerletzte in Wien. Eine Entscheidung, die man stammelnd befragt: «Darf er das?» Am Samstagabend sagte e ...