Wenn bei einer umstrittenen Frage plötzlich alle einer Meinung sind, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas faul. Der Nationalrat hat diese Regel letzte Woche wieder einmal bestätigt. Auf Antrag der Regierung und der vorberatenden Kommission verabschiedete das Parlament praktisch ohne Widerrede und mit bloss zwei Gegenstimmen eine Strafnorm gegen jegliche Form der weiblichen Genitalbeschneidung im In- und Ausland. Gestritten wurde nur um die symbolische Frage, ob die Mindeststrafe von sechs auf zwölf Monate Gefängnis zu erhöhen sei.
Bloss ein Volksvertreter, der jurassische Arzt Dominique Baettig (SVP), wagt es, die grosse Eintracht frageweise zu stören: Wo liegt e ...