Es ist nicht einmal eine Bildungslücke. Denn die wird irgendwie immer noch als Defizit empfunden. Beim Wort «Byzanz» empfindet in unseren Breitengraden niemand mehr etwas. Es ist einfach nur ein leeres Fremdwort. Dabei ist es der Name für ein Weltreich, das über tausend Jahre währte. Doch dann ging es im Westen gründlich unter. Wie konnte eine so lange, glorreiche Geschichte so brutal ausgelöscht werden?
Es ist grotesk: Das Kulturerbe der alten Griechen, das gern zum Bildungsfundament des Abendlandes stilisiert wird, haben die Byzantiner (und nicht etwa Rom) in die Neuzeit über-liefert. Man hat es ihnen kaum gedankt, im Gegenteil: In der westlichen Geschichtsschreibung wurde Byzan ...