Im Jahre 1962 stellte der US-amerikanische Nobelpreisträger Milton Friedman erstmals seine Idee von einer «negativen Einkommenssteuer» vor. Die Fachwelt war begeistert, endlich habe man eine Lösung für das Armutsproblem gefunden, hiess es. Sogar James Tobin, ebenfalls Nobelpreisträger, wenngleich ein unerbittlicher Gegner Friedmans, stimmte ins Lob ein.
Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Weil die «Negativsteuer», so bestechend sie in der Theorie ist, in der Praxis kaum umgesetzt werden kann. Das zeigt sich, sobald man das Modell in Franken darstellt. Ein grosszügiges System sähe etwa so aus:
- Wer null Franken verdient, erhielte 2000 Franken, die maximale Negativsteuer, ei ...