Der Weinbau hat viele Katastrophen erlebt, unterschiedlichster Grössenordnung vom Vormarsch der Reblaus bis zum österreichischen Glykol-Skandal. Immer galt, frei nach Nietzsche: Was ihn nicht umbrachte, machte ihn stark. Die schmerzlichsten Debakel waren die selbstverschuldeten. Wie die Krise des Beaujolais. Dass sich jeder halbwegs leidenschaftliche Wein-Amateur auch von renommierten Appellationen wie Morgon, Brouilly, Fleurie verabschiedete, lag am Pyrrhussieg des Beaujolais primeur oder nouveau, der regelmässig am dritten Novembersonntag auf die zincs der Nation kam: ein Lehrstück, wie ein auf Mode und Massenkonsum zielendes Marketing den Ruf einer ganzen Region ruinieren kann. Und da ...