Das wilde Tier im Menschen, wusste Nietzsche, «ist gar nicht abgetötet worden, es lebt, es blüht, es hat sich nur – vergöttlicht». Dort, wo Show-Strategen längst das Sagen haben, müsste es von Nietzsche-Adepten nur so wimmeln: in Hollywood. Denn in der Star-Metropole gilt seit je des alten Schnauzbarts Diagnose als kategorischer Imperativ: «Was die schmerzliche Wollust der Tragödie ausmacht, ist die Grausamkeit.»
Egal, ob in der Politik, bei der Arbeit, in der Geschlechterbeziehung; der Mensch, der Filme sieht, blickt in eine miserable Welt voll charaktermieser und krimineller, neurotischer, asozialer, ausbeuterischer, gewalttätiger Typen, entblösst an Leib und Seele. Schon vor ...