Etwas verspätet kommt er durch die Drehtür. Jean Ziegler, ehemaliger Soziologieprofessor der Universität Genf und bekennender Marxist. Um seine Augen liegt ein müder Schatten. Er sei geschwächt, dieser verdammte Jetlag mache ihn kaputt. Ziegler hat zum Interview geladen. Im Foyer des Hotels «Bellevue» in Bern, wo die Lobbyisten den Politikern gute Nacht sagen und in den Ecken vertraulich getuschelt wird.
Der Fünfsternebau ist die beste Adresse am Ort. Kleine Tischchen füllen das Entree, Kaffee wird auf dem Silbertablett serviert. Das Gespräch beginnt stehend und mit Blick aufs gediegene Ambiente: «Herr Ziegler, sind Sie ein Salonlinker?» Die Provokation wirkt wie eine Adrenalinsp ...