Wäre die Erinnerung ein Konzert – so könnte es klingen, das Jüngste Gericht über die deutsche Vergangenheit: «Ein In- und Aufeinander von Schreckensgetön aus der Kindheit, Erinnerungen an Marschlieder und Hymnen, Gassenhauer und Gemeinheiten, Suff. Blitzlichtklänge aus dem riefenstahlschen Nazi-Nürnberg beleidigen uns, den Fanfarenzügen entfährt grelle Ignoranz, das doofe Dur der Angepassten und Mitlaufenden.»
Es ist ein schauerliches Blasmusikgewitter, das sich am 24. Februar 1993 über das Publikum in der Kölner Philharmonie entlädt. «Blasmusik von der schlimmsten Art» – so befand nicht etwa ein erboster Kritiker, sondern der Komponist selbst. Die Musik seines damals i ...