Alles war kühn und ungewöhnlich, als am 2. August 1986 in Japan der Zeichentrickfilm «Das Schloss im Himmel» in die Kinos kam: die Bildsprache, der starke europäische Einfluss und vor allem die Länge. Kaum einer hätte bis dahin je gewagt, dem Publikum einen Zeichentrickfilm über zwei Stunden Laufzeit zuzumuten. Doch der japanische Meister episch erzählter Animationsmärchen ging das Wagnis ein – und gewann: Hayao Miyazaki, seit Oscar-Ehren und anderen Auszeichnungen auch hierzulande längst als Kinomagier bei Jung und Alt geschätzt («Chihiros Reise ins Zauberland»), schuf mit seinem «Schloss im Himmel» das erste abendfüllende Meisterstück aus dem inzwischen berühmten Studi ...