Marc Rich schlief tief, als in seiner Villa Rose in Meggen das Telefon klingelte. Es war schon weit nach Mitternacht, Sonntag, 21. Januar 2001. Der späte Anrufer sollte eine Nachricht überbringen, mit der Rich nicht mehr gerechnet hatte. Er sei von Präsident Bill Clinton begnadigt worden, wurde ihm mitgeteilt. Begnadigt – nach 17 Jahren, in denen sein Name auf der Most-Wanted-Liste des FBI gestanden war, neben Bombenlegern und Bankräubern.
«Ich war darüber in höchstem Masse beglückt, natürlich», schreibt mir Marc Rich in einem Brief. Der berühmteste (einige würden sagen: der berüchtigtste) Rohstoffhändler der Welt äussert sich hier zum ersten Mal zu seiner Begnadigung. Auf ...