Der Western ist ein zähes Märchen. Selbst die kritische Neubewertung unter dem Einfluss des Vietnamkriegs klammerte sich als «Spätwestern» verzweifelt an eine Balance zwischen Realismus und Romantik, Traum und Wirklichkeit, Legende und Wahrheit. Das Klischee einer glorreichen Entstehung der amerikanischen Nation musste, trotz ein wenig Schmutz, erhalten bleiben. Ende der neunziger Jahre zerstörte der in Mexiko geborene US-Schriftsteller James Carlos Blake mit seinem monströsen Gewaltepos «In the Rogue Blood» dieses Bild, vertrieb den Western aus dem ideologischen Paradies, machte Tabula rasa damit, schabte die letzten Romantik- und Legendenreste aus dem amerikanischen Traum, bis ein ...