Die meisten Biologen oder Genetiker kennen das Wort Biologismus nicht. Auch ich hörte es erst vor einigen Jahren. Es war am Wissenschaftskolleg zu Berlin, wo ich neun Monate mit anderen Fellows, meist Geisteswissenschaftlern, verbrachte – und zum ersten Mal von der Päpstin der Gender Studies, Judith Butler, hörte. Seitdem habe ich viele Kollegen weltweit gefragt, ob sie je von Biologismus gehört hätten. Niemand, wirklich keiner der Dutzenden von Evolutionsbiologen und Genetikern, kannte dieses Wort oder Judith Butler – deren Wikipedia-Eintrag es immerhin in 38 Sprachen gibt. Wir leben in wissenschaftlichen Parallelwelten: Unser Forschungsgebiet ist ein Feindbild, und wir wisse ...