«Das grosse Geheimnis gibt es nicht»
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Die Weltwoche

«Das grosse Geheimnis gibt es nicht»
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Interview

«Das grosse Geheimnis gibt es nicht»

Ein Gespräch mit Diogenes-Verleger Daniel Keel über Patricia Highsmiths Appetitlosigkeitund Simenons 10 000 Frauen, über Gäste, die er rauswarf, und ein Jubiläum, das er nicht feiern mag.
Herr Keel, vor fünfzig Jahren haben Sie den Diogenes-Verlag gegründet. Sie waren damals gerade 22 Jahre alt. Wie wird ein so junger Mann Verleger?Aus Verlegenheit. Ich dachte, ich sei ein Künstler; ich habe geschrieben, gemalt, aber immer nur zwei Bilder, eine halbe Seite von einem Roman, drei Gedichte. Und mit zwanzig stellte ich fest, dass ich überhaupt kein Talent für all das hatte. Sogar Schauspieler wollte ich mal werden, ich war ein Theaternarr, aber ich hatte keine Stimme, weil ich in meiner Jugend an Asthma litt, und was schlimmer ist, ich habe absolut kein Gedächtnis. Ohne Stimme und ohne Gedächtnis, wie sollte man da Schauspieler werden? Immerhin sind Sie gelernter Buchhänd ...
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