Der dritte Weg, jener zwischen Sozialismus und Kapitalismus, wird seit Mitte der neunziger Jahre – einst unter Bill Clinton, heute unter Tony Blair und Gerhard Schröder – zur ideologischen Hauptverkehrsader ausgebaut. Die linken und rechten Kritiker der modernen Sozialdemokratie sind in den grossen europäischen Ländern auf dem Pannenstreifen zwangsparkiert, von wo aus sie säuerlich den vorbeidonnernden Schwerverkehr beklagen. Und auf bessere Zeiten hoffen.
Vergeblich, ist man nach Kanzler Schröders Grundsatzrede am Parteikongress der Sozialdemokratischen Partei vom 20. Februar geneigt vorherzusagen. Die Mitte wird (zumindest rhetorisch) weiter ausgebaut, die Meinungspole im politisc ...