Es gibt Schallplatten, die so furchterregend gut sind, dass sie jede spätere Konkurrenz auszuschliessen drohen. Das ist beim «Italienischen Liederbuch» von Hugo Wolf passiert, und zwar mit der Einspielung von Dietrich Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf in den sechziger Jahren – zwei geborene Liedsänger auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Aber da diese Aufnahme – fast möchte man sagen Gott sei Dank – inzwischen aus dem Katalog gestrichen worden ist, darf sich eine jüngere Generation an diese forderndste Liedschöpfung der späten Romantik wagen. Die Sopranistin Soile Isokoski und der Bariton Bo Skovhus gehen das Risiko ein. Nicht wagemutig, sondern mit genau bedachtem Kalkü ...