Vijay Iyer ist der Pianist der Stunde. Kaum eine Auszeichnung, die seinem Erstling, einem Trio-Album beim deutschen Label ACT, nicht zuteil wurde. Dass der vierzigjährige New Yorker Secondo indischer Herkunft nun auch in der Kritikerumfrage des Fachblatts Down Beat als Autor des «Jazz Albums of the Year» gefeiert wird, ist also weniger erstaunlich, als dass ihm das ohne Kompromisse mit einer gelegentlich auch ungemütlichen Musik gelingt. Die Trio-Scheibe hiess zwar zutreffend «Historicity» (s. Weltwoche 42/09), aber damit war die Tradition von Querdenkern, Grüblern und Liebhabern des Widerstands gemeint: Andrew Hill, Muhal Richard Abrams, Sun Ra u. a. Und: Iyer macht nicht aus vielen ...