Bücher der Woche
Das Ich und die Welt
Julian Schütt: Max Frisch. Biographie einer Instanz. Suhrkamp. 706 S., Fr. 49.90
An nichts hat sich Max Frisch (1911–1991) so unermüdlich, so obsessiv abgearbeitet wie an seinem Ego, in den Tagebüchern, Romanen, Erzählungen, Briefen. Das beschert einem Biografen zwar eine Fülle von Material, stellt ihn aber auch vor die Frage, was er davon für bare Münze nehmen kann. Dessen ist sich Julian Schütt bewusst: «Max Frisch gehört zu den Schriftstellern, bei denen sich Leben und Werk bedenklich in die Quere geraten.» Er lässt sich von den Selbstinszenierungen des Schriftstellers nicht blenden. «Wunde der eigenen Gering ...

