Es steht nicht gut um die SPD. Zu sagen, die Partei hätte ein Problem, wäre der reine Euphemismus. Die deutschen Sozialdemokraten stehen vor dem Abgrund, an der Basis geht die Panik um. Zum einen wegen der desaströsen Wahlergebnisse und Wahlprognosen – wären am letzten Sonntag Wahlen zum Bundestag gewesen, hätte die SPD 23 Prozent der Stimmen bekommen, 15 Prozent weniger als vor zwei Jahren –, zum anderen, weil vor allem in den neuen Bundesländern kaum noch jemand für die SPD kandidieren will. Rund 140 Jahre nach ihrer Gründung steckt die Partei in einer existenziellen Krise, schlimmer als zur Zeit der Bismarckschen Sozialistengesetze und schmerzlicher als nach ihrem Verbot durch ...