Die Suche nach dem letzten Tabu ist ein beliebter Journalistensport. Man möchte doch wissen, was auf einer Welt noch verboten sein soll, in der alles ausgesprochen oder im Internet ausgebreitet wird. Wenn man «das letzte Tabu» googelt, hagelt es «Homosexualität in der BundesÂliga», «Kritik an Israel», «Inzest», «Kunst zum Thema 9/11», «Hämorrhoiden», «Organspenden». Schon ab Seite drei wird es langweilig.
Glaubt jemand im Ernst, ein Spiel mit Lionel Messi habe weniger Zuschauer, wenn er sich morgen als schwul outete? Ich habe keine ÂAhnung von Messis sexueller Orientierung, und in der Bundesliga spielt er auch nicht. Aber gegen das Vergnügen, ihm zuzusehen, hat der Gedank ...