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Die Weltwoche

Das lustige Geschlecht

Tamara Wernli

Das lustige Geschlecht

Warum sind eigentlich Männer witziger als Frauen – und ist das wirklich so?

Männer sind lustiger als Frauen, das wird gemeinhin angenommen. Neulich las ich von einer Forschung, die das offenbar stützt. In der britischen Humorstudie wurden 28 Untersuchungen mit über 5000 Teilnehmern analysiert. Dabei ging es darum, andere zum Lachen zu bringen, ohne dass die Teilnehmer wussten, ob der Humor von Männern oder Frauen stammt. In 63 Prozent der Fälle wurden Männer als lustiger eingeschätzt.

Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
People attend Serhiy Lipko's stand-up comedy show in Kyiv, Ukraine, Saturday, June 11, 2022
Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Humor ist subjektiv. Aber ja, ich muss zugeben, in meinem Leben habe ich mehr Männer getroffen, die eine angeborene Fähigkeit besitzen, mich und andere zum Lachen zu bringen, als Frauen. Sorry, liebe Ladys.

Warum ist das so? Vielleicht liegt es daran, dass Humor, nebst Fingerspitzengefühl und einer guten Beobachtungsgabe, oft Mut erfordert. Den Mut, aus der Komfortzone auszubrechen. Die lustigsten Momente entstehen, wenn Grenzen überschritten werden, sei es durch scharfe Satire, Sarkasmus oder das Spielen mit Tabuthemen.

Es braucht auch Mut zur Verletzlichkeit, denn oft gibt man sich selbst der Lächerlichkeit preis oder produziert Mimik und Gestik, die einen alles andere als attraktiv erscheinen lassen. Mut, mit Kritik umzugehen, denn es ist leicht, nicht jedermanns Geschmack zu treffen oder im falschen Moment einen Witz zu machen. Die lustigsten Menschen sind jene, die keine Angst davor haben, über alle möglichen Dinge zu spotten – wer diese Herausforderung nicht annehmen will, hält sich zurück, ist weniger spontan, was den Humor einschränkt.

Es braucht auch Mut zur Verletzlichkeit, denn oft gibt man sich selbst der Lächerlichkeit preis.

Mein Eindruck ist, dass diese Eigenschaften tendenziell eher bei Männern ausgeprägt sind: Sie sind risikofreudiger, pfeifen eher darauf, was andere von ihnen denken und ob sie polarisieren; oft sind sie auch einfach überzeugter von sich selbst, was ihnen beim Sprücheklopfen zugutekommt.

Dass auch Frauen lustig sind, beweisen sie immer wieder und – vor allem im Comedy-Genre – auf höchstem Niveau. Celeste Barber zum Beispiel ist eine Wucht. In ihrer Rolle spielt die australische Komikerin eine Art Anti-It-Girl. International bekannt wurde sie mit Parodien auf Instagram, in denen sie Promis wie die Kardashians nachahmt. Vor allem die Clips der 42-Jährigen, in denen sie Models und deren Posing imitiert und zeigt, wie das Gleiche bei unsereins, also «normalen» Frauen mit durchschnittlichen Körpern, aussieht, sind sehr witzig: Ein sehr schlankes Model macht in einem knappen, roten Bikini, der Tote zum Leben erweckt, allerlei seltsame Körperverrenkungen – offenbar soll das sexy aussehen.

Celeste, im roten, knappen Bikini, vollführt dieselben Verdrehungen, dabei drängt sich ihr Bäuchlein über das Höschen, ihr Körper hüpft unkontrolliert zur Musik, alles schwabbelt ein bisschen, von perfekt weit entfernt. Ich liebe diese Frau. Oder sie imitiert ein Mädel, das sich im BH und mit laszivem Blick die engen Jeans hochzieht (das sind die Dinge, mit denen sich junge Frauen heute auf Social Media präsentieren); Celestes Kampf mit ihrer Hose, die einfach nicht über die Hüfte will, hat über zehn Millionen Views; statt verführerisch ist sie am Ende fix und fertig. Humor ist, wenn man auch über sich selbst lachen kann.

Auch die deutsche Komikerin Martina Hill bringt stets gute Stimmung ins Wohnzimmer. In einer Szene aus «Knallerfrauen» will sie im Klub einen Typen aufreissen: «Ey, willst du mit zu mir kommen, ich hab noch Kondome!» Als er meint, ihm ginge das etwas zu schnell, wiederholt sie alles in Slow Motion – ihre Mimik und Gestik: zum Brüllen. Oder Ali Wong, Stand-up-Comedian aus San Francisco. Sie ist nicht nur auf der Bühne der Hammer, auch in der Netflix-Serie «Beef», in der ein Streit zweier Autofahrer auf groteske Weise eskaliert, kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr raus.

Es gibt übrigens Forscher, die die besten Witze ermitteln. Der Lieblingswitz der Briten: Eine Frau steigt mit ihrem Baby in einen Bus. Der Busfahrer sagt: «Das ist das hässlichste Baby, das ich je gesehen habe!» Wütend setzt sich die Frau hinten in den Bus und sagt zum Sitznachbarn: «Der Fahrer hat mich beleidigt.» Daraufhin der Mann: «Gehen Sie ruhig nach vorne und beschweren Sie sich – ich halte so lange den Affen für Sie.»

Männer und Frauen haben das Potenzial, lustig zu sein, aber in diesem Fall stammt der Witz garantiert von einem Mann.

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