Der Regisseur Thomas Koerfer ist im Dezember doppelt aktuell: Zum einen inszeniert er im Zürcher Schauspielhaus Robert Walser, zum anderen erscheinen dieser Tage seine acht wichtigsten Spielfilme in einer DVD-Box. Gute Gelegenheit, an seiner Person ein Vorurteil zu überprüfen. Es lautet: Wenn reiche Leute Kunst machen, setzen sie die Salonmöblierung im öffentlichen Raum fort. Eine solche Kunst oder Kultur fällt elitär-verquast aus, weil der Reiche im Luxusréduit die Interessenlage des Breitenpublikums nicht kennt. Das kann ihm egal sein, da er von seiner Arbeit nicht leben muss.
Und Koerfer, 62, aufgewachsen mit sieben Geschwistern auf dem Landsitz Rothaus in Bolligen, zu Hause in ei ...