Kafka im Theater, Kafka auf der Opernbühne, Kafka im Film – alle scheitern, selbst Genies wie Orson Welles. Weg also vom (Pseudo-)Realismus, hin zur Verknappung, zur Chiffre. Das Fragment als Welt-Er- fahrung. Der ungarische Komponist György Kurtág nimmt Franz Kafka unters Vergrösserungsglas und entdeckt im Beiläufigen das Hintergründige. Kurze Auszüge aus Briefen und Tagebüchern des Prager Dichters verbindet er zum einstündigen Zyklus aus vierzig Mosaiksteinen. Keine griffige Sammlung von abrufbereiten Aphorismen, sondern Verdichtung aufs Essenzielle – «in einem kleinen Raum eine Fülle von Gegenständen zusammendrängen», meint Kurtág und versteht sich dabei als Erbe von An ...