Zuweilen ist der Grat zwischen Selbstzufriedenheit und Triumphalismus schmal. Von einem «grossartigen Ergebnis für die CDU» sprach Kanzlerkandidat Edmund Stoiber nach der gewonnenen Wahl in Sachsen-Anhalt vom vergangenen Sonntag: «Das ist ein grosser Tag des Aufbruchs für CDU und CSU!»
Man kann es auch anders sehen: Im ärmsten Bundesland wurde der unbeliebte SPD-Ministerpräsident Reinhard Höppner, das Fleisch gewordene Ost-Malaise, abgewählt – mehr nicht. Zwar bescheinigen diverse Umfragen der CDU/CSU einen Vorsprung vor der SPD – aber der Kandidat Stoiber liegt weit abgeschlagen hinter Bundeskanzler Gerhard Schröder (rund zehn Prozent im Westen, über zwanzig Prozent gar im w ...