Kaum eine Wissenschaft hat den menschlichen Geist mehr fasziniert als die Kosmologie, die Lehre von der Entstehung und Entwicklung des Weltalls. Und kaum ein Fach hat im Lauf seiner Geschichte derartige Wandlungen durchgemacht: Bei den alten Griechen war sie reine Spekulation, also eigentlich eine Geisteswissenschaft. In der Neuzeit wechselte die Kosmologie von den Geisteswissenschaften zur Physik, blieb aber mehr Glaubensbekenntnis denn Wissenschaft. Denn bis vor kurzem hatten die Kosmologen kaum Beobachtungsdaten über das Universum zur Verfügung, entwarfen aber die kühnsten Theorien. «Kosmologen täuschen sich oft, aber sie zweifeln nie», brachte es der russische Physiker Lev Landau e ...