Wir waren in unserer Strasse die Letzten, die sich ein Telefon anschafften. Als ich elf war, wurde eines Nachts an unsere Haustür gepocht und dann geklingelt und dann gepocht und geklingelt. Mein Vater war nicht zu Hause, er war bei einer Gewerkschaftssitzung oder bei Gewerkschaftsverhandlungen, in Wien oder vielleicht auch nur in Steyr. Wenn meine Mutter und ich allein waren, dann wollte sie, dass ich im Ehebett schlafe, weil sie sich allein fürchtete. Ich fragte sie, wovor sie sich denn fürchte. Sie sagte: «Dass etwas Unvorhergesehenes passiert.» Ich sagte: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas passiert.» Da sagte sie, ich hätte keine Ahnung vom Leben, ich sei zu jung und z ...