Kurt Weill, geboren 1900 als deutscher Jude in Dresden, gestorben 1950 als Amerikaner in New York, war ein Genie und wegen seiner Vorurteilslosigkeit gegenüber jeder Art von Musik ein Feind jedes Purismus. Eben deshalb polemisieren Puristen der einen Fraktion bis heute mit dem einen Weill gegen die Puristen der andern, und alle verpassen sie die Faszination des ganzen. Die orthodoxen Neutöner, denen der Schüler von Busoni in den zwanziger Jahren als kommende Hoffnung galt, wandten sich schon von dem mit Grausen ab, was Weill in der Zusammenarbeit mit Brecht erfand, unter anderem «Dreigroschenoper» (1928) und «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» (1928–29).
Adorno war entsetzt
Die ...