Es machte ihm immer eine Freude, wenn sich die Drehorte mit leckerer Gastronomie verbinden liessen. Es kam sogar vor, dass er die Location deshalb wechselte. Der Mann war ein Geniesser, und das in jeder Hinsicht. Auch seine Filme waren dramaturgisch und ästhetisch exquisite Leckerbissen – und sollten es auch sein. Denn im Gegensatz zu seinen Kollegen Jean-Luc Godard und Jacques Rivette, die sich in elitäre Umlaufbahnen katapultierten, wollte Claude Chabrol, einer der Mitstreiter der Nouvelle Vague, den Film nicht politisch machen, sondern politische Filme drehen. Und zwar so, dass der erzählerische Genuss immer im Vordergrund blieb. Claude Chabrol war unter den Kinorebellen der fünfzig ...