Ich habe in meiner Praxis noch nie einen Todkranken erlebt, der mit mir über den Tod sprechen wollte. Die Leute wollen nur wissen, ob sie Schmerzen haben werden, ob sie am Schluss ersticken. Das sind Fragen, die eine Antwort brauchen. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen. Oft kommen Patienten, da spüre ich den Vorsatz, diesmal wollen sie fragen, und dann tun sie es doch nicht. Man kann das nicht vorwegnehmen. Wenn der Patient die Frage nicht stellt, kommt sie nicht vor. Es ist der Patient, der einem sagt, er habe sich mit dem Tod befasst, oder er sagt es eben nicht. Selbst wenn ein Patient sich bis zum Schluss etwas vorlügt: Bin ich derjenige, der das Recht dazu hat, ihn zur Wahrhei ...