Seien es nun Zen oder Mangas, Holzschnitte oder Hightech – der Westen ist seit über 150 Jahren von Japan fasziniert. Japans Verhältnis zum Westen gestaltet sich hingegen weitaus ambivalenter. Phasen bewundernder Nachahmung wechselten sich ab mit Phasen fanatischer Abgrenzung, und heute noch verzahnen sich Unterlegenheits- und Überlegenheitsgefühle. Dieser Zwiespalt prägt auch Shomei Tomatsus Werk, das gegenwärtig in einer grossen Retrospektive im Fotomuseum Winterthur zu sehen ist.
Tomatsu wurde 1930 geboren. Seine Anfänge als Fotograf fallen in die Zeit der amerikanischen Besatzung nach Japans Kapitulation. Die Städte waren verwüstet vom Krieg, ein Niemandsland – materiell wie ...