Lockerheit ist nicht seine Sache. Wenn Alain Finkielkraut in einem Fernsehduell auftritt, arbeitet in seinem Gesicht der Zorn, die Empörung, die Dringlichkeit. Wenn er mit einem seiner zahllosen Gegenspieler – einem «Linksliberalen», einem «Gutmenschen», einem «Sozialpädagogen» – eine Feuilleton-Debatte ausficht, dann sind seine Ausfälle aggressiv, ist seine Prosa voller Pathos, als ginge es jedes Mal nicht nur um das Überleben seiner Person, sondern um den Fortbestand des Abendlandes.
Finkielkraut verzweifelt an der Welt. Periodisch sagt er dann Dinge, wie dass der französische Kolonialismus Afrika «nur Gutes» gebracht habe oder dass die Überseefranzosen Schmarotzer seien ...