Denkerin vor dem Herrn
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Die Weltwoche

Denkerin vor dem Herrn
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Philosophie

Denkerin vor dem Herrn

Hannah Arendt war eine Philosophin der Schwergewichtsklasse. Und dabei so bezaubernd, dass dem grossen Martin Heidegger zeitweise die Dinge verrutschten. Was dieser Femme de Lettres zu Freiheit und Macht einfiel, immer wieder von neuem, ist schön wie die Wahrheit.
Geistesgrössen werden selten zu Ikonen. Die Ausnahme macht allenfalls Samuel Becketts Irokesenfrisur oder Einsteins pausbäckiges Gelehrtengesicht. Allmählich könnte allerdings auch Hannah Arendt zum massenkulturellen Pop-Idol aufsteigen. Die Jugendfotos vom glutäugigen Judenmädchen und die Charakterporträts der späteren Professorin sind zu Evergreen-Bildstrecken aller Literaturbeilagen geworden. Von unerschöpflicher Faszinationskraft bleibt der Seminarflirt zwischen der Erstsemesterstudentin Hannah und einem Privatdozenten namens Martin Heidegger – sie, die später von den Nazis Verfolgte; er, der spätere Nazi-Philosoph. In der Campus-Romanze verdichten sich die NS-Verstrickungen ...
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