Der Wein ist eine langsame Materie. Einen Weinberg umpflanzen, nur weil die Hochglanzmagazine und deren volatile Kundschaft gerade wieder den Geschmack wechseln, liegt nicht drin. Der Winzer rechnet nicht mit Saisons, sondern mit Jahrzehnten. Dennoch gibt es natürlich, in langsameren Rhythmen, Weinmoden. Denken wir an den piemontesischen Dolcetto. Noch vor ein paar Jahrzehnten war der teurer als der Barolo. Heute lässt er sich kaum in der Region, geschweige denn bei uns verkaufen. Oder, weil wir gerade beim Piemont sind: Woran sonst als an den irrationalen Gezeiten des Luxus und der Moden liegt es, dass die fabelhaften Weine aus dem Norden der Region (grob gesagt der Gegend zwischen Nova ...