Von den Appenzellern geht die Sage, sie stammten von den Hunnen ab. Sie sind ja sesshaft geworden und Milchbauern. Aber manchmal, in Voll- oder Neumondnächten, reiten sie über die Steppen, und kein Säntis stellt sich ihnen in den Weg, kein Betruf holt sie heim. Wenn sie erwachen, wissen sie von nichts mehr. Nur dass es in ihrem Schlafzimmer etwas nach Pferdeschweiss riecht. Warum geistert durch ihre Volksmusik so ein fernes Echo aus der Puszta? Tobias Preisig, geboren 1981, ist Appenzeller, und er macht seine eigene, ziemlich undomestizierte Streichmusik. Das heisst eine gegen den Strich, wie die wenigen Schwarzen, welche die Violine im Jazz gegen ihr keusches Naturell zum Schreien bracht ...