Früher, schreibt Diedrich Diederichsen im Vorwort zu seinem neuen Buch «Musikzimmer», habe es «ein Qualitätsloch» im Feuilleton gegeben. Das Schreiben über Popmusik sei nicht vom Wissen um Geschichte und Zusammenhänge, sondern von Zufall und persönlichem Geschmack bestimmt gewesen. «Dem Ressortleiter war’s egal, er war mit den Gedanken im Theater.» Heute ist «früher» meist vorbei, und auch Popkritik findet nicht mehr nur punktuell, sondern diskursiv im Feuilleton statt. Was nicht zuletzt an Diederichsen selbst liegt, dem einflussreichsten deutschsprachigen Popschreiber der letzten 25 Jahre. Auch die in «Musikzimmer» versammelten 62 Texte, die zwi- schen 2000 und 2004 als K ...