Nicht nur Politiker und Medienleute rieben sich die Augen, als am Montag in aller Früh die Mitteilung sie aufschreckte, der grünliche Betonkritiker und moralisierende Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger werde am 10. April 2011 in den Verwaltungsrat des Bauriesen Implenia gewählt. Auch Börsianer und Analysten waren perplex. Sie konnten im Einzug des Sozialdemokraten ins Zentrum des helvetischen Wirtschaftsgeflechts «beim besten Willen» keinen Sinn erkennen. Implenia, das grösste Schweizer Bauunternehmen, erzielte im letzten Jahr mit rund 6000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von knapp 2,4 Milliarden einen Gewinn von 47,1 Millionen Franken. Was pro Aktie eine Rendite von 70 Rappen oder 23 Pro ...