Ein echt böhmischer Rappelkopf war Milos Zeman schon immer. Tschechiens sozialdemokratischer Premierminister – ein Zwei-Meter-Mann mit viel Masse um die Mitte – tritt seit eh und je als hemdsärmeliger Plebejer auf, ohne Krawatte selbstverständlich («Ich bin ja kein Mannequin»), ohne Geduld, ohne Manieren.
Widerborstige Verhandlungspartner killt er durch polterndes Selbstbewusstsein, dicken Zigarettenrauch und einen Karlsbader Likör namens Becherovka.
Neuerdings agiert der Hüne aus Prag enthemmt. Mal vergleicht er den «Terroristen» Arafat mit Hitler, mal nennt er die österreichischen Gegner «schwachsinnig», kanzelt die Sudetendeutschen rückblickend als «Landesverräter» ab, ...