Er ist seit 2000 Jahren das Symbol gemeinsten Verrates: Judas Ischariot. In vielen westlichen Sprachen ist das Wort «Judaskuss» gar ein Synonym für ultimativen Treuebruch – so durchdrungen ist die abendländische Kultur vom negativen Judas-Image. Die Grundlage dafür hat das Neue Testament gelegt. Auch wer es nicht gelesen hat, hält, aufgrund des Sprachgebrauchs, den Judaskuss für das Schäbigste und Verwerflichste dieser Welt. Das Image des Denunzianten wurde in der Folge auf alle Juden übertragen – als Klischee des treulosen Verleumders, der für Geld Vertrauensbruch begeht.
In den vier Evangelien werden die Römer entlastet und die Juden belastet. Damit wurde die Basis des chri ...