Sein Tod wird nur wenige betrüben», meinte der Pfarrer, als man Edgar Allan Poe begrub. Für den Mann, der die Werke des trunksüchtigen Amerikaners ins Französische übersetzte, sollte achtzehn Jahre später dasselbe gelten: Charles Baudelaire starb 1867 als Urbild des poète maudit – des verfemten Dichters – an den Folgen einer Syphilis, nachdem er sich jahrzehntelang in Elendsquartieren vor Gläubigern versteckt hatte.
Der Grund für Baudelaires Ächtung war der Skandal, den sein 1857 erschienener Gedichtband «Les Fleurs du Mal» verursachte. «Abscheuliches steht darin neben Gemeinem, Widerliches neben Pestilenzialischem», urteilte der Kritiker des Figaro. «Dieses Buch gleicht ...