Je lärmiger und vulgärer die Provokation, desto geringer der Wahrheitsgehalt. Wie anders soll man die gestelzten und unappetitlichen Dauerattacken von Cédric Wermuth umschreiben? Nach dem Mordanschlag auf den amerikanischen Meinungsmacher aus dem rechten Lager, Charlie Kirk, versucht er es erneut mit einer Verdrehung übelster Art.
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Statt das Gewaltdelikt zu verurteilen, setzte er auf den sozialen Medien folgende Botschaft ab: «Wir wissen noch nicht viel zum Motiv des Mörders von Charlie Kirk. Trotzdem gehen die Spekulationen bereits ‹wild›. Wichtig zu wissen: In den USA gab es zwischen 2005 und 2025 371 politische Morde. 93 Prozent davon von Tätern mit rechtem oder rechtsextremem Motiv.»
Mit anderen Worten: Wermuth will unterschwellig den Eindruck erwecken, ein Rechtsextremer hätte Charlie Kirk erschossen.
Doch über die Gesinnung des Täters ist bereits einiges bekannt. In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärte Utahs Gouverneur Spencer Cox: «Für uns und die Ermittler ist es ganz klar, dass es sich um eine Person handelt, die zutiefst mit linker Ideologie indoktriniert war.» Ein weiteres Indiz: Ermittler fanden in der Nähe des Tatorts Patronenhülsen mit antifaschistischen Parolen. In eine war der Satz «Hey, Faschist! Fang!» eingeritzt.
Mann ohne Lernkurve
Wermuths eigentliches Problem ist, dass er nie aus seiner Rolle als Juso-Präsident herausgewachsen ist. Intellektuelle Tiefe, sprachliche Präzision oder die Fähigkeit zur Selbstreflexion fehlen ihm bis heute. Seit seiner Juso-Zeit hat er keine Lernkurve durchgemacht. Sein Credo 2009 an der Spitze des sozialistischen Jugendstosstrupps lautete: «Stil ist kein Argument und Politik ist keine Moralschule.» Es gilt für ihn bis heute – auch wenn er längst Teil der dünkelhaften Tafelrunde linker Moralhüter im Parlament ist, die alles in Grund und Boden stampfen, was gegen die Denkgebote der Linken verstösst.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk verbreitet er Fake News über die angeblichen Motive des Täters.
Als Juso-Präsident stellte er Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) auf einem Plakat mit blutverschmierten Händen an den Pranger. Dass Leuthard, damals als Wirtschaftsministerin für die Waffenausfuhr zuständig, als «Mörderin» dargestellt wurde, passte perfekt zu Wermuths doppelbödiger Moralvorstellung.
Ähnlich sein Auftritt in der SRF-«Arena» vor den Parlamentswahlen 2023, als er die damalige Winterthurer SVP-Präsidentin Maria Wegelin attackierte, weil diese für ihren Wahlkampf zwei Mitglieder der Gruppe «Junge Tat» engagiert hatte. Wermuth forderte SVP-Chef Marcel Dettling vor laufender Kamera auf, die beiden sofort aus der Partei zu werfen.
Doch selber denkt er nicht daran, Entgleisungen der Jusos zu verurteilen, wenn diese der SVP «faschistoide» Tendenzen unterstellen. Gegen rechts ist für Wermuth alles erlaubt – selbst üble Beschimpfungen.
«Ficken Sie sich, Mr Trump»
Als Finanzminister Ueli Maurer 2021 seinem ungarischen Amtskollegen Mihály Varga in Budapest einen Besuch abstattete, kommentierte Wermuth das als «unglaubliche Sauerei» und «zum Kotzen». Er verunglimpfte auch Weltwoche-Journalisten öffentlich als «Schweine» – Anlass war ein kritischer Artikel über den Mutterschaftsurlaub von Impfstoffbeschafferin Nora Kronig während der Pandemie.
Als US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im März 2025 im Weissen Haus brüskierte, beleidigte Wermuth Trump im Slang eines Spätpubertierenden: «Ficken Sie sich, Mr Trump», schrieb er auf Instagram. Nach dem Attentat auf Charlie Kirk verbreitet er Fake News über die angeblichen Motive des Täters.
Auch sein Vorgänger Christian Levrat suchte mediale Aufmerksamkeit mit Provokationen. Didier Burkhalter verunglimpfte er als «Stummfilmakteur», weil dieser im Departement des Innern kaum etwas zustande brachte; Aussenminister Ignazio Cassis schalt er einen «Praktikanten», als der Streit mit der EU 2017 eskalierte. Doch Levrats Provokationen deckten sich zumindest teilweise mit der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Darum waren sie erfolgreich und blieben hängen.
Wermuths vulgäre Attacken hingegen verpuffen immer öfter im Leeren – und disqualifizieren ihn zunehmend als ernstzunehmenden Politiker.

