Seit mehr als zehn Jahren beherrscht ein europhiler Grundton die Schweizer Öffentlichkeit. Kaum ein Journalist würde gegen den EU-Beitritt einen Leitartikel schreiben, kaum ein akademisch gebildeter Mensch traute sich, im Kreis der Familie fröhlich seine Euroskepsis zu verbreiten, kaum ein Professor träte auf und warnte vor Brüssel. Das alles gilt als wenig intelligent, insular, ja moralisch als etwas zweifelhaft. Wer das sagt, wirkt in schicken, sogenannt weltoffenen Revieren wie einer mit weissen Socken und einem Rossschwanz. Zwar hat sich die Begeisterung für die Europäische Union auch in elitären Kreisen abgekühlt, doch das Tabu, die Schweiz langfristig ausserhalb der EU zu sehe ...