Am 23. Juli 1951 geschah auf der Île d’Yeu, einem kleinen Eiland, das nordwestlich von Bordeaux der französischen Küste vorgelagert ist, etwas Aufregendes: Der einzige Insasse der örtlichen Zitadelle verstarb. Das war nicht nur aufregend, sondern auch ein bisschen historisch. Denn beim Festungshäftling handelte es sich um den 95-jährigen maréchal de France Philippe Pétain, Kriegsheld des Ersten Weltkriegs und von 1940 bis 1945 charismatischer Chef des mit Nazideutschland kooperierenden französischen Staats mit Sitz in Vichy. Deswegen war Pétain 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs zum Tod verurteilt worden – ein Urteil, das der inzwischen zur Macht gelangte General de Ga ...